«Warum haben die Linken das Auto nicht gern?»

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«Warum haben die Linken das Auto nicht gern?»

18. Januar 2022 agvs-upsa.ch – Publizist Markus Somm führte pointiert durch die aktuelle und gesellschaftliche Entwicklung in der Schweiz. Die Lacher hatte er mit Sticheleien gegen die aktuelle Verkehrspolitik auf seiner Seite. 

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Mit Markus Somm ist einer der bekanntesten Publizisten in der Schweiz am «Tag der Schweizer Garagisten» aufgetreten. Foto: AGVS-Medien

mig. «Warum haben die Linken das Auto nicht gern?», fragte Markus Somm, der Verleger und Chefredaktor des «Nebelspalter», in die Runde. Die Antwort lieferte er gleich selbst. Die Abneigung gegen das Auto gründe nicht im Klima, dem Lärm oder den Kindern: «Es geht ihnen um die individuelle Freiheit.» Mit solchen markanten Aussagen war ihm die Aufmerksamkeit des Publikums gewiss. Im Bewusstsein darüber, schickte Somm gleich zu Beginn seines Auftritts voraus, dass er Sachverhalte gerne zuspitze. «Bitte nicht ärgern, wenn ich übertreibe. Markus Somme einzuladen, ist immer ein grosses Risiko.» 

Nicht übertrieben oder ironisch gemeint waren Somms Worte über die Vorzüge des Autos. «Ich kann frei entscheiden, ob und wann ich heute nach Bern hin- und zurückfahren will und muss nicht auf die SBB warten. Ich muss mich nicht mit anderen Personen treffen, die ich nicht sehen will.» Um die Vorzüge des Autos auch künftig auskosten zu können, bat er die Garagisten, den Kampf, der aktuell gegen das Auto geführt werde, durchzustehen. «Engagieren Sie sich politisch. Engagieren Sie sich für Ihre eigenen Vorstellungen, wie die Welt aussehen soll.» 

Markus Somm sieht den Höhepunkt der Kampagne gegen das Auto erreicht. «Es wird immer heftiger. Ihre Branche ist der ‹Bölimann›.» Sie trete die Nachfolge der Waffen- und Tabakindustrie an. «Diejenigen, die jetzt das Auto bekämpfen, nutzen dafür nicht immer demokratische Mittel», so Somm und liess drei Beispiele folgen. Er verwies auf die Steuerabgaben, die in den Unterhalt und Bau von Strassen fliessen. «Jedoch wird dieses Geld für den Rückbau der Strassen verwendet. Das Nationalstrassennetz wurde 1960 konzipiert und seither nicht mehr gross erweitert.» 

Der zweite Dorn im Auge ist dem Unternehmer der «Sachplan Verkehr». Dieser verfolge das Ziel, das Auto zu verdrängen. «Da steht drin, dass Autos und Töffs, wenn immer möglich, durch den Fuss- und Velo-Verkehr ersetzt werden sollen. Und warum soll eine Siedlung verkehrsarm sein? Haben wir über beide Anliegen jemals abgestimmt?» Sein dritter Punkt bezog sich auf die Tempo-30-Zonen. Als Argument würde die Lärmreduktion genannt, «aber eigentlich geht es ums Auto. Das soll weg.» Somm warf den Gedanken auf, dass es dank technischen Lösungen wie den Elektroautos und Flüsterbelägen hier bereits Alternativen gibt. 
Somm zeigte sich überzeugt, dass die Schweiz dem Klima Sorge tragen müsse. Um einen Beitrag leisten zu können, verfüge das Land über die besten Universitäten in Europa. «Wir müssen aber ergebnisoffen forschen – nicht nur zu Windrädern und Solarenergie. Synthetische Treibstoffe und bessere Verbrenner müssen thematisiert werden dürfen, damit wir als Schweiz einen entscheidenden Beitrag leisten können», sprach er vielen der anwesenden Gäste aus dem Herzen.

Das Interesse weckte der Publizist mit einer Dissertation aus dem Jahre 1906 über Elektrotechnik in der Schweiz. Er zitierte daraus: «Vielversprechende Aussichten auf den Gebieten des Transportwesens bietet ferner der Bau elektrischer Mobile.» Schon in dieser Arbeit wurden die Herausforderungen der technischen Lademöglichkeiten und der Stromproduktion aufgeworfen. «Das sind Hürden, die der Ausbreitung des elektrischen Mobiles im Weg stehen.» In diesem Zusammenhang lautete Markus Somms letzte Botschaft, dass man Prognosen kritisch hinterfragen und all denjenigen misstrauen dürfe, die auf 500 Jahre hinaus planen wollen. 
 
Die ausführliche Berichterstattung zum «Tag der Schweizer Garagisten 2020» lesen Sie im AUTOINSIDE 2/2022.



Alles über den «Tag der Schweizer Garagisten» 2022
erfahren Sie hier.

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