Das Reifenhotel als Instrument zur Kundenbindung

Reifen lagern statt Luft mit Irega

Das Reifenhotel als Instrument zur Kundenbindung

23. März 2021 agvs-upsa.ch – Seit 1985 beschäftigt sich Gottfried Scholz mit Regalen, seit 25 Jahren auch mit der fachgerechten und effizienten Einlagerung von Rädern. In dieser Zeit hat der umtriebige Diplom-Betriebswirt seine Scholz Regalsysteme GmbH zum Marktführer in seiner deutschen Heimat gemacht. Mit der Tochtergesellschaft Irega schlägt Gottfried Scholz nun auch in der Schweiz den Wachstumspfad ein. 
 
sco. Pfosten, Traversen, Tablare. Drei simple Elemente, möchte man meinen. Doch wer Gottfried Scholz (im Bild) am Schweizer Irega-Sitz in Zuchwil SO über seine Produkte sprechen hört, der merkt schnell: Da steckt mehr dahinter. «Wir waren schon nachhaltig, als es das Wort noch gar nicht gab», sagt der Inhaber mit einem Lächeln. In der Tat zeichnen sich die Regale von Irega durch einen ausgesprochen effizienten Materialeinsatz aus. Die Pfosten sind lediglich 0,6 Millimeter dick – und doch tragen zwei dieser Pfosten 800 Kilogramm.

Die Tiefe der Tablare beträgt 200 oder 300 Millimeter. Jeweils zwei Tablare bilden eine Fläche, spezielle Kantungen sorgen für eine hohe Stabilität und Tragkraft. «Die Produktion von einer Tonne Stahl verursacht 1,6 Tonnen CO2», rechnet Gottfried Scholz vor. «Je weniger Stahl ich für meine Regalsysteme benötige, desto besser ist das für die Umwelt.» Und für die Erfolgsrechnung des Garagisten, bleibt hier noch hinzuzufügen.

Die Regale zeichnen sich durch eine extrem tragfähige Statik aus: Diese Stabilität führte zur nächsten Innovation der Irega, der patentgeschützten Cover-Halle zur Räderlagerung. Das Prinzip ist so simpel wie clever: Die Reifenregale lassen sich mit Trapezblechen ummanteln und werden so zur Halle. Tragendes Element der Konstruktion ist das Regal selbst. Das schlägt sich auch im Preis einer solchen Cover-Halle nieder: Für rund 120'000 Franken fertigt die Irega ein schlüsselfertiges Räderhotel für 500 Radsätze.
 
Die Hallen werden nach Kundenwunsch individuell durch die Irega konzipiert und aufgebaut.  Die Bauzeit beträgt lediglich rund acht Wochen. Durch die genial-einfache Konstruktion lässt sich eine Cover-Halle jederzeit erweitern. Produziert wird in Zuchwil. Scholz: «Wir wollen in der Schweiz als Schweizer Unternehmen wahrgenommen werden.» Dies zeigt sich auch beim Blick auf die Firmenwebsite, wo mit Schweizer Fahne und schneebedeckten Bergen möglichst viel «Swissness» vermittelt wird. «Wir sind eine Schweizer Firma und stehen für Schweizer Qualität.» Seit fünf Jahren bietet die Irega diese Cover-Hallen in der Schweiz an. «Neun Stück» habe man seither gebaut. sagt Gottfried Scholz. Zum Vergleich: Im Heimmarkt Deutschland stehen bereits mehr als 200 dieser Cover-Hallen!

Das Regalsystem der Irega hat noch weitere Vorteile: Zur Ein- und Auslagerung müssen die Räder nicht händisch angehoben werden, sondern werden ins Regal gerollt. Das freut die Mitarbeitenden im Reifenlager, wurden doch die Räder in den letzten Jahren immer grösser und damit schwerer. Reifendurchmesser von 13 oder 14 Zoll sind heutzutage von unseren Strassen praktisch verschwunden. Gottfried Scholz: «Die meistverkaufte Grösse ist heute 16 Zoll, aber selbst 19- und 20-Zöller kommen auf respektable Marktanteile.» Das Irega-System sorgt dafür, dass das Rad nach der Demontage vom Fahrzeug kein einziges Mal durch den Mitarbeitenden gehoben und getragen werden muss. Die Reifen werden mit einem Regalbediengerät mit dem Namen «Gorilla» auf die richtige Höhe gebracht und mithilfe eines Teleskopgreifers verstaut.

Vier Räder können so stehend auf bis zu acht Metern Höhe hintereinander eingelagert werden. Das spart Platz, weil weniger Gänge zwischen den Regalen benötigt werden. Die Regaltiefe trägt dabei zur Stabilität der Cover-Halle bei. Und: Die Regale sind so konstruiert, dass die grossen und schweren Räder unten, die kleineren und leichteren Räder weiter oben platziert werden. Die Höhe der Regale richtet sich nach den Dimensionen der Räder. Damit wird der zur Verfügung stehende Raum perfekt ausgenützt. Gottfried Scholz: «Der Garagist verdient schliesslich daran, Reifen zu lagern, nicht Luft.»

Und: Die Unterteilung in verschiedene Reifengrössen gibt dem Garagisten die Möglichkeit, für unterschiedlich grosse Reifen auch unterschiedliche Preise zu verlangen. «Es leuchtet jedem Autobesitzer ein, dass grosse Räder mehr Platz brauchen und demnach der Preis für die Einlagerung höher ist, als bei kleinen Rädern», erklärt Gottfried Scholz das Potenzial, mehr aus dem Reifengeschäft zu machen. 

Quellen: AGVS-Medien / Irega
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